Montag, 2. November 2009

Kultur ist keine Kunst, nach wie vor nicht!

Neben Justine Müller (8) und Kevin Schulze (10) gibt es in Leipzig noch einen bekannten Vertreter des infantilen Realismus: Michael-Fischer Unart (40).
Nun darf ich mich ja für Geld mit der Ordnung der Dinge beschäftigen und versuche deshalb schon für Sachen, die ich nicht einordnen kann, Schubladen zu bauen. Bei der Fundamentalbemalung in Leipzig durch benannten Fischer-Unart stand ich wieder vor diesem Dilemma. Eigentlich will ich mich ja mit dergleichen nicht beschäftigen, aber wenn es einen plakativ vor die dann schmerzenden Augen geknallt wird...
Also beschloss ich diese Erscheinung infantilen Realismus zu nennen. Ich weiß, jetzt kommt der Einwand, dass das nichts mit Realismus zu tun hätte, aber das hatte ja der sozialistische Realismus auch nicht.
Und da sind wir bei einem meiner Grundprobleme:
Der kategorialen Strukturierung durch Übereinkunft.
Nehmen wir das Beispiel Kunst/Künstler. Was ist Kunst, was ist ein Künstler?
Aus meiner Sicht ist das wichtigste Kriterium für Kunst, dass sie nicht dem Ego und damit nicht dem Broterwerb dienen darf. Kunst muss unabhängig sein von allem und jedem. Kafka, ja das war (ohne Zweifel) ein Künstler. Schwierig wird es bei den Künstlern, die zwar nicht vom Mammon getrieben werden, es aber nicht verhindern können, dass ihre Werke gekauft werden. Einfach ist es bei der (Widerspruch in sich) Auftragskunst.
Nun ist mir klar, dass mein Kunstbegriff nicht dem common sense entspricht und dass den meisten wahrscheinlich völlig egal ist, ob was als Kunst bezeichnetes wirklich Kunst ist.
Aber Fischer-Unart in irgendeine Nähe zu Kafka zu bringen, das vermag ich nicht.
Un da besinne ich mich doch gerne auf die academixer:
Kultur ist keine Kunst
Und packe den infantilen Realismus samt seiner Vertreter in die Kulturschublade.

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